Allgemeine Information. Sie ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Viele Leasingangebote werben mit einer niedrigen Rate und nennen die Sonderzahlung erst im zweiten Schritt. Das macht einen Vergleich schwer. Eine Sonderzahlung ist Geld, das Sie zu Vertragsbeginn zahlen und das die Monatsraten verringert. Ob das für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrer Liquidität und Ihrer Risikobereitschaft ab.
Das Wichtigste in Kürze
Die Sonderzahlung verschiebt Kosten an den Anfang des Vertrags. Sie kann die Monatsrate spürbar senken und bindet dafür Kapital in einem Fahrzeug, das Ihnen nicht gehört. Vergleichen Sie daher immer die Gesamtsumme bei gleichem Leistungsumfang und klären Sie, was im Schadensfall mit dem bezahlten Betrag geschieht.
Was die Sonderzahlung ist
Die Sonderzahlung, oft auch Anzahlung genannt, ist eine einmalige Zahlung zu Beginn des Leasingvertrags. Sie zählt zu den Größen, aus denen sich die Rate ergibt, neben Fahrzeugpreis, Laufzeit, Kilometerleistung, Restwert und Zins. Es gibt Verträge mit und ohne Sonderzahlung. Je höher die Einmalzahlung, desto niedriger die Rate.
Beim Leasing bauen Sie mit der Sonderzahlung kein Eigentum auf. Sie erwerben damit keinen Anteil am Fahrzeug. Die Zahlung ist ein vorweg geleisteter Teil des Nutzungsentgelts, das Sie sonst über die Laufzeit verteilt zahlen würden. Das Fahrzeug bleibt Eigentum des Leasinggebers.
Vergleichen Sie die Gesamtbelastung
Um Angebote vergleichbar zu machen, legen Sie die Sonderzahlung auf die Monate der Laufzeit um und addieren sie zur Rate. Eine einfache Rechnung zeigt das Prinzip: Eine Sonderzahlung von 3.600 Euro bei 36 Monaten Laufzeit entspricht 100 Euro im Monat. Eine Rate von 300 Euro bedeutet in diesem Fall eine monatliche Belastung von 400 Euro. Die Zahlen sind ein frei gewähltes Rechenbeispiel und kein Angebot.
Der ADAC nennt als weiteren Vergleichswert den Leasingfaktor. Er setzt die Leasingkosten ins Verhältnis zum Bruttolistenpreis und berücksichtigt auch An-, Sonder- oder Schlusszahlungen. Je niedriger der Faktor, desto günstiger ist das Angebot im Verhältnis zum Listenpreis. Leistungen in der Rate wie Wartung oder Versicherung fließen jedoch nicht von selbst in diesen Wert ein. Prüfen Sie deshalb auch, ob die Angebote denselben Leistungsumfang haben. Einen ersten Anhaltspunkt für die Rate gibt der Leasingrechner.
Wann eine Sonderzahlung naheliegt
Eine Sonderzahlung kann passen, wenn Sie vorhandenes Kapital einsetzen möchten und vor allem eine geringe laufende Belastung suchen. Das gilt etwa, wenn das monatliche Budget eng begrenzt ist oder das Geld ohnehin bereitliegt und keinen anderen Zweck hat.
Ohne Sonderzahlung bleibt Ihr Kapital verfügbar. Die Monatsraten fallen meist höher aus, weil der entsprechende Kostenanteil in die Rate einfließt. Die Entscheidung ist deshalb vor allem eine Frage der Liquidität. Rechnen Sie beide Varianten mit denselben Bedingungen durch: gleiche Laufzeit, gleiche Kilometer, gleiche Zusatzleistungen.
Das Risiko bei Totalschaden oder Diebstahl
Geht das Fahrzeug durch Totalschaden oder Diebstahl verloren, endet die Nutzung früher als geplant. Dann kann zwischen dem Wert des Fahrzeugs und den noch offenen Forderungen aus dem Vertrag eine Lücke entstehen. Der ADAC weist darauf hin, dass eine sogenannte GAP-Deckung in der Vollkaskoversicherung diese Lücke schließen kann. Vorgeschrieben ist sie vom Leasinggeber nicht unbedingt, ohne sie kann es aber teuer werden.
Fragen Sie vor Vertragsschluss nach, wie Ihr Vertrag diesen Fall regelt und wie eine bereits geleistete Sonderzahlung dabei behandelt wird. Lassen Sie sich außerdem von Ihrem Versicherer erklären, was Ihre Police abdeckt. Dieser Punkt wird beim Vergleich von Raten oft übersehen.
Fragen vor der Unterschrift
Mit diesen Fragen klären Sie die Sonderzahlung im konkreten Angebot.
- Wie hoch ist die Summe aller Zahlungen über die gesamte Laufzeit?
- Wie verändert sich die Rate ohne oder mit geringerer Sonderzahlung?
- Was passiert mit der Sonderzahlung bei einem Totalschaden oder bei vorzeitigem Vertragsende?
- Enthält das Angebot weitere Kosten für Überführung und Zulassung?
- Besteht eine GAP-Deckung, und wer schließt sie ab?
- Bei betrieblicher Nutzung: Wie wird die Zahlung steuerlich behandelt? Das klärt Ihre Steuerberatung.
Bei Leasify
Leasify vermittelt Leasingverträge und nennt die Beträge im Angebot. Vertragspartner ist der Leasinggeber, der die Bedingungen festlegt und über den Antrag entscheidet. Ob und in welcher Höhe eine Sonderzahlung möglich ist, ergibt sich aus dem jeweiligen Angebot.
